Chronik

Kurze Vereinsgeschichte des Kleintierzuchtverein Z47 Flein

Ende der zwanziger Jahre zeigte sich auch in unserer Gemeinde Flein das Interesse an der Rasse - Kaninchenzucht. Es haben sich damals mehrere Kaninchenhalter entschlossen eine Zusammenkunft einzuberufen um einen Zuchtverein zu gründen.
So wurde beiläufig der 08. November 1930 bestimmt und alle zuchtinteressierten Kaninchenhalter dazu eingeladen . Den damaligen Gauvorsitzenden August Vogel, der die Ziele eines Zuchtvereins klar umriss, hatten wir zur ersten Besprechung eingeladen.
Er gab vor den 13 erschienenen Männern seiner großen Freude Ausdruck, dass in seinem Geburtsort Flein ein Zuchtverein gegründet werden soll.

Nach Erörterung aller anhängenden Fragen ließen sich alle anwesenden Interessenten als Mitglieder eintragen. Kurz entschlossen schritt man zur Wahl des ersten Vorstandes.
Dazu wurde der zuchtbegeisterte Wilhelm Schierle gewählt, und sogleich auch Leo Braun als zweiten Vorsitzenden bestimmt. Das Amt des Schriftführers übernahm der Zuchtfreund Karl Kleindienst und für die Kasse zeichnete Wilhelm Wüstholz.
Als Gründungsmitglieder ließen sich folgende Zuchtfreunde eintragen:
Wilhelm Schierle, Wilhelm Wüstholz, Leo Braun, Karl Kleindienst, Karl Wagner, Otto Möhle, Otto Reinwald, Otto Weinstock, Otto Götz, Ludwig Roth, Wilhelm Grubele, Emil Deis und Hermann Mössner.

Der Verein erhielt den Namen:

Kaninchenzuchtverein Kaninchenfreunde Flein.

Im Jahre 1934 wurde vom Gau eine Ausstellung mit Vereinswettbewerb ausgeschrieben. Daran beteiligte sich auch unser Verein. Der 3. Platz, war für unseren jungen Verein ein hervorragender Erfolg. Fachkundige Kollegen bewunderten uns, dass wir in so kurzer Zeit mit einem derartigen Tiermaterial aufwarten konnten. Die Mitgliederzahl hatte sich bis dahin auch schon verdoppet. Während des Dritten Reiches wurde die Kaninchenzucht nach dem Motto .Kaninchenfleisch ist Volksnahrung" unterstützt. Jeder Verein erhielt eine Nummer und jeder Landesverband einen Buchstaben, Württemberg erhielt Z und Flein die Nummer 47.

Bei der Generalversammlung 1939 legte unser eifriger und bewahrter Vorstand Wilhelm Schierle aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Nach langem hin und her stellte sich Wilhelm Wüstholz zur Wahl, und wurde von der Versammlung einstimmig bestätigt. Doch die Freude dauerte nicht lange, denn im August 1939 wurde er, wie viele von uns, zum Kriegsdienst eingezogen. Ab diesem Zeitraum übernahm wieder Wilhelm Schierle die Geschicke des Vereins. Leider wurde seine fruchtbare Arbeit durch seinen Tod 1942 beendet. Die Mehrzahl aller Mitglieder befand sich bei der Wehrmacht, und somit lies man die Vereinsarbeit ruhen.

1946 lebte die Vereinsarbeit im kleinsten Rahmen wieder auf. Zuchtfreund Emil Vorholzer übernahm die Führung als erster Vorstand und brachte den Verein wieder ganz schön in Schwung. Als die letzten Soldaten vom Felde oder aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, blieben bei uns auch schmerzliche Lücken zurück.
Unsere Zuchtfreunde Otto Möhle, Hermann Dietsche, Otto Balbach, Ernst Balbach und Otto Götz sind nicht mehr zurückgekehrt. Ihnen werden wir ein ehrendes Andenken bewahren.
In der folgenden Zeit sind wieder neue Mitglieder zu uns gestoßen, so dass es weiter aufwärts ging. Jungtier- und Lokalschauen wurden abgehalten und von uns auch bei Nachbarvereinen besucht. Die Vereinskameradschaft wurde gepflegt, das traditionelle Hasenessen der Mitglieder und Angehörigen in der Winterzeit abgehalten.

Im Februar 1950 legte Emil Vorholzer das Amt des Vorstandes nieder und Wilhelm Wüstholz wurde sein Nachfolger. Das Vereins1eben strebte zügig und ordnungsgemäß weiter, gemeinsame Omnibusausflüge wurden durchgeführt nach Rothenburg ob der Tauber, zur Bärenhöhle, nach Lichtenstein. Im darauffolgenden Jahr auf den Rotenberg und zur Wilhelma.
1954 gab auch Wilhelm Wüstholz sein Amt aus beruflichen Gründen ab. Sein Nachfolger wurde Eugen Schick. Für die Geflügelzucht zeigte sich mehr und mehr Interesse. Demzufolge wurde dem Verein die Geflügelgruppe angegliedert.

Seither heißt unser Verein " Kleintierzuchtverein Z47 Flein e.V."

Von 1954 bis 1964 feh1en 1eider die Unterlagen des Vereins. Die Umstände, die dazu geführt haben, sollen hier nicht weiter aufgeführt werden. Bei der Generalversammlung 1964 wurde eine neue Vereinsleitung gewählt. Die Zuchtfreunde Egon Viergutz und Emil Vorholzer wurden als erster und zweiter Vorstand berufen. Unter dieser Führung kam der Verein bald wieder auf eine beachtliche Höhe.  Jungtierschauen, sowie Lokalschauen, wurden wieder abgehalten und Tiermaterial mit hohem Zuchtwert ausgestellt. Die Mitgliederzahl stieg auf 35 an. Wir kauften wieder 24 Ausstellungskäfige, um dem Wachstum des Vereins gerecht zu werden. Leider ging es nicht immer nach Wunsch und Programm, denn bei der Hauptversammlung 1968 sollte der Verein wieder einen neuen Vorstand bekommen.
Zuchtfreund Walter Gleißner übernahm für ein Jahr die Führung des Vereins, bis dann im Februar 1969 Zuchtfreund Kurt Rinkenauer das Ruder des Z 47 in seine Hände nahm. Unter Führung von Vorstand Rinkenauer erlebte der Verein einen neuen Aufschwung. Die Mitgliederzahl stieg von 60 auf über 100 Mitg1ieder an.

Die Kameradschaft wurde gepflegt, so fanden jährliche Vereinswanderungen statt, die uns in die nahere Umgebung führten. Vereinsausflüge fanden wieder fast alljährlich statt. Nach Merge1stetten, um deren Zuchtan1age zu besichtigen, nach Mumau am Staffelsee und Hessisch Lichtenau an der Zonengrenze, Gingen an der Fils, Leimen bei Heidelberg, Frankfurt mit Zoobesuch. Auf Anregung von Gründungsmitg1ied W. Wüstholz besuchten wir den Schweizer Verein Klein Ditwiehl. Letztlich führte uns auch ein Ausflug nach Hösbach im Spessart.
Unter Vorstand Rinkenauer erlebte auch die Jugendgruppe neuen Aufschwung. Es wurden mehrere Landes- und Kreisjugendtreffen besucht . 1972 führten wir das Alterstreffen des Kreisverbandes durch.
1975 hie1ten wir unsere erste Lokalschau in der neu erbauten Gemeindehalle ab.
1976 führten wir die Kreisjungtierschau durch, wozu bei der Gemeindehalle ein Zelt zur Durchführung aufgestellt werden musste.
1976 wurden wir zum ersten mal in der Sparte Tauben Vereinskreismeister, und 1977 in der Sparte Kaninchen.
1977 führten wir auch die Schozachta1schau durch.
In den fo1genden Jahren fanden regelmäßig Jungtierschauen, Lokalschauen, Hasenessen, Ausflüge, und Wanderungen statt.
Zu unserem 50 Jährigen Jubiläum führten wir 1980 mit einem bunten Programm den Kreiszüchterabend durch.
Nachdem Vorstand Rinkenauer nach 12 Jahren zurück trat, wurde a1s erster Vorstand Manfred Möhle gewählt, Unter Vorstand Möhle wurden die Weichen zum Bau der gep1anten Zuchtan1age gestellt. Mit der Gemeinde F1ein wurde die Grundstücksfrage geklärt, und mit einem Erbpachtvertrag besiege1t. Am 03.03.1983 erhielten wir die Baugenehmigung.
Die 800 Jahrfeier der Gemeinde F1ein war auch für uns ein Höhepunkt. Mit einer Gruppe Franken verkleidet als Krieger, Bauern, mit Frauen und Kinder waren wir am Festzug beteiligt.

Nach mehrjähriger Bauzeit, in der viele Zuchtfreunde ein hohes Maß an Eigenleistung erbracht haben, konnten wir am 10.+11. Juni 1989 unsere Zuchtanlage einweihen. Sehr erfolgreich hielten wir am 09.und 10. Juni 1990 unser erstes Deinenbachfest ab, das in unserem Veranstaltungska1ender einen festen Platz gefunden hat. Nach Jahren der Enthaltung übernahmen wir 1995 mit der Kreisjungtierschau wieder eine Veranstaltung des Kreisverbandes. Am 02.12.1995 wurde Erwin Müller zum Ehrenmitglied ernannt. Wie unser Vorstand berichtete war 1995 eines unserer erfolgreichsten Jahre. Durch sparsames Wirtschaften konnten wir unseren Schuldenberg abbauen.

Beim Bürgermeisteramt stellten wir den Antrag auf Erweiterung unserer Anlage. 1998 bekamen wir die Zusage für ein weiteres Grundstück neben der Zuchtanlage in Erbpacht. Geplant waren 6 weitere Zuchtstalle. Im Januar 1999 wurde der Eingang unseres Bauplanes durch das Landratsamt bestätigt, Bei der Monatsversammlung im Januar 2000 teilte Vorstand Möhle mit, dass der Bauplan genehmigt war. Im April wurde mit dem Bau von zwei Ställen begonnen.

Unter unserer Jugendleiterin Brigitte Parker stieg die Anzahl der Jugendmitglieder im Jahr 2000 auf 16 an. Sie fuhren zu Freizeiten (Zeltlager), führten Bastelabende im Vereinsheim durch und verkauften wahrend unseren Schauen und Veranstaltungen ihre selbst erzeugten Speisen und Bastelarbeiten um ihre Jugendkasse aufzubessern.

Der Verein hatte 112 Mitglieder incl. der 16 Jugendlichen. Wir überlegten ernsthaft bei unserer Jahresplanung ob wir unsere Schauen und das Deinenbachfest in der bisherigen Form aufrecht erhalten können. Unsere Decke der mitarbeitenden Mitglieder bzw. Gönner wird immer dünner, so dass der Arbeitseinsatz Einzelner oftmals von morgens bis am späten Abend notwendig ist. An Schichtwechsel ist nicht zu denken. Wir beschlossen weiterzumachen und hoffen auf neue junge Mitglieder die auch mit anfassen können. 2001 hatte der Verein 114 Mitglieder, davon 24 Jugendliche.

Im Jahr 2002 war es dann soweit. Wegen zahlreich erkrankter Mitglieder war zu wenig Arbeitspersonal da und wir mussten leider unser schon traditionelles Deinenbachfest ausfallen lassen. Auch die Arbeiten an den beiden begonnenen Zuchtställen gingen nur zäh voran, jedoch waren bis Jahresende die Dächer gedeckt, so dass die Innenausbauten beginnen konnten. Die Jungtier- und Lokalschau wurden wie gewohnt abgehalten.


Unser langjähriger 1. Vorstand Manfred Möhle stellte sich bei der Jahreshauptversammlung 2003 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Sein Nachfolger wurde Harald Vogel, der seither den Verein leitet. Manfred Möhle wurde noch wahrend der Versammlung zum Ehrenvorstand ernannt, was er nach 35 Jahren Mitgliedschaft und Tätigkeiten als Jugendleiter, Tätowiermeister, Zuchtwart, Pressewart und 22 Jahren als Vorstand redlich verdient hat. Manfred ist trotz .Ruhestand'' immer noch während jeder Veranstaltung tätig und Ratgeber in allen Vereins- Angelegenheiten.
Bei dieser Versammlung wurde auch Elfriede Gleißner für ihre eiserne Sparsamkeit während ihrer Tätigkeit als Vereinskassiererin geehrt.

2003 konnten wieder alle Veranstaltungen durchgeführt werden. Zur Verstärkung wahrend des Deinenbachfestes konnten wir auf eine befreundete Jagdhornbläsergruppe zurückgreifen. Unsere beiden Neubauten schritten auch voran, jedoch war hier ein finanzieller Aufwand zu bewältigen.

2004 wurde zusätzlich zu unseren gewohnten Festen ein Treffen für die Kreiszüchterjugend durchgeführt. Unsere Jugendleiterin Brigitte Parker hatte unter großem Aufwand alles gut vorbereitet und so konnte sich die Wiese neben dem Zuchtgelände in eine kleine Zeltstadt verwandeln, in der Gemeindehalle wurden verschiedene Aktivitäten geboten. Die Jugendlichen aus dem ganzen Kreis Heilbronn lernten Flein wahrend einer Quizrallye über die Gemarkung Flein, und eines nächtlichen Fackelzuges durch die Straßen kennen. Dies war eine gelungene Veranstaltung.

Manfred Möhle wurde 2004 mit der Verdienstmedaille des Kaninchenzüchterverbandes ausgezeichnet. Ende 2004 hatte der Verein 95 Mitglieder, davon 15 Jugendliche.

Die Vereinsmitglieder begannen unter der Führung von Harald Vogel mit der Planung zum 75. Vereinsjubiläum, das am I2.11.2005 mit einem Bunten Abend gefeiert wird.

 

Bei der Generalversammlung im Februar 2006 wurde unser Mitglied Erich Schäffler zum Ehrenmitglied ernannt. Erich Schäffler hielt das Amt des Geflügelzuchtwarts 40 Jahre inne.Nicht nur erledigte er alle damit verbundenen administrativen Aufgaben, sondern hatte auch für die Fragen aller Züchter immer ein offenes Ohr.

 

2011 wurde die Anlage noch einmal in Richtung Sontheim erweitert. Durch das Einzäunen dieses Geländes wurde ein Freilauf mit Teich für unser Wassergeflügel geschaffen. Im gleichen Jahr, am 16.04.2011, erhielt Herbert Braun die hohe Ehrung "Meister der Schwäbischen Rassekaninchenzucht". Die Voraussetzungen diesen Titel zu erhalten sind sehr aufwendig. Wir freuen uns einen der Kaninchenzucht derart verbunden Kameraden bei uns im Verein zu haben.

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